120 Jahre Renault: Innovationen in Serie

  • Historie: Sechs Highlights aus 120 Jahren Renault

Seit 120 Jahren bewegt Renault die Welt. Und das im besten Wortsinne. 1898 fing alles mit einem kleinen, 1,75 PS starken Fahrzeug an. Höchstgeschwindigkeit: rasante 32 km/h. Der Beginn einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte. Seither steht die Marke für innovative und durchdachte Fahrzeuge – Autos, die Emotionen wecken und in denen der Pioniergeist weiterlebt. Wir stellen sechs Highlights aus der ruhmreichen Modellhistorie von Renault vor.

Es ist ja nicht so, dass es 1898 an geschichtsträchtigen Ereignissen gemangelt hätte. Mit dem Nachweis von Polonium1 und Radium2 gelangen Marie Curie und ihren Mitstreitern in diesem Jahr gleich zwei epochale Entdeckungen. Im Dezember beendete der Pariser Friedensvertrag den Spanisch-Amerikanischen Krieg.3 Und nur wenige Tage später versetzte Louis Renault die Menschen in der französischen Metropole in Staunen: An Heiligabend meisterte er am Steuer der „Voiturette“ – dem weltweit ersten Fahrzeug mit Kardanantrieb – die 13-prozentige Steigung der Rue Lepic zum Montmartre mit Nonchalance.

All das liegt bereits 120 Jahre zurück. 120 Jahre, in denen Renault stets mit innovativen Ideen und wegweisenden Fahrzeugkonzepten beeindruckte. Schon die Voiturette hatte zwei clevere Innovationen an Bord: Neben der bereits erwähnten Kraftübertragung per Kardanwelle anstelle der damals üblichen Gliederkette setzte auch das Dreigang-Getriebe mit Direktantrieb Maßstäbe. Ab 1899 fertigte Renault dieses Modell unter der Bezeichnung „Typ A“ in Serie.

Renault gewinnt den ersten Grand Prix der Geschichte

Zu den wichtigsten Innovationstreibern zählt für Renault seit jeher der Motorsport. Am 27. Juni 1906, wenige Jahre nach den ersten automobilen Gehversuchen, gewann die Marke den ersten jemals ausgetragenen Grand Prix der Geschichte. Am Steuer des 66 kW (90 PS) starken Renault AK 90 CV ließ Ferenc Szisz der Konkurrenz beim Großen Preis von Frankreich keine Chance. Dabei mussten Fahrer und Fahrzeug extremen Belastungen standhalten. Denn zusätzlich zur mörderischen Gesamtdistanz von 1.238 Kilometern malträtierten die miserablen Wegstrecken und die hohen Außentemperaturen von rund 40 Grad das Material aufs Äußerste. Der Clou: Der Renault AK 90 CV glänzte mit mehreren Innovationen, die ihrer Zeit voraus waren. Das Fahrwerk verfügte über hydraulische Stoßdämpfer – ein absolutes Novum. Zudem profitierte der AK 90 CV von der hochmodernen Kraftübertragung per Dreiganggetriebe und Kardanwelle. Als rennentscheidend erwiesen sich auch die abnehmbaren Felgen: Während die Konkurrenz mühsam den zerschlissenen Gummi von den Holzrädern kratzen musste, tauschten Szisz und sein Beifahrer die hölzernen Kompletträder einfach aus – in weniger als vier Minuten.4

Renault 4:

Die Ikone der 60er und 70er Jahre

Apropos vier: Diese Zahl ist bei Renault untrennbar mit einem weiteren Erfolgsmodell verbunden. Der Renault 4 erblickte 1961 das Licht der Autowelt. Die weltweit erste Kombi-Limousine mit vier Türen, großer Heckklappe und variablem Innenraum gilt bis heute als wichtiger Meilenstein der Automobilgeschichte. Der liebevoll R4 getaufte Franzose war der erste Renault mit Frontmotor und Vorderradantrieb und ein veritables Raumwunder. Der 3,66 Meter kurze Kompakte bot ein Kofferraumvolumen von bis zu 950 Liter. Gerade für die junge Generation war er so viel mehr als bloß ein Auto – der R4 verkörperte Freiheit auf Rädern. Bis heute gilt er als stilprägende Ikone der Hippie-Zeit. 31 Jahre lang wurde er nahezu unverändert gebaut, mehr als acht Millionen Exemplare liefen vom Band. Das radikal neue Konzept der Plattformstrategie fand rasch viele Nachahmer.5

Renault 16:

Raumwunder im „Two-Box-Design“

1965 sorgte Renault für eine weitere automobile Sensation. Mit dem Renault 16 feierte die erste Limousine der oberen Mittelklasse mit Schrägheck, großer Kofferraumklappe und variablem Innenraumkonzept ihre Weltpremiere. Das vielseitige Familienauto war so ganz anders als der damalige Mainstream. Kein Geringerer als Rennfahrlegende Stirling Moss adelte den Renault 16 als „das am intelligentesten konstruierte Automobil“, das er je gesehen habe.6 Markantes äußerliches Merkmal: das sogenannte „Two-Box-Design“. Die Silhouette bestand also aus zwei statt wie zuvor drei Blöcken. Im Innenraum war der 4,32 Meter lange Allrounder ein ganz Großer: Je nach Bedarf ließen sich die Sitze in sieben Positionen an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Damit war der Renault 16 sozusagen der Urahn der aktuellen, multivariablen Modelle der Marke wie etwa Renault Scénic, Kangoo oder Espace.

Renault Espace:

Der Begründer des Van-Segments

Wer von echten Raumwundern mit variablem Innenraum redet, kommt am Renault Espace nicht vorbei. Bei seinem Debüt im Jahr 1984 war der „Großraum-Pkw“ – so die damalige offizielle Bezeichnung – der erste europäische Van überhaupt. Beim Espace bewies Renault einmal mehr wegweisenden Innovationsgeist: Sein „One-Box“-Design – also eine Fahrzeugsilhouette ohne optisch abgesetzten Motor- oder Kofferraum – gipfelte in einem riesigen Raumangebot und verblüffender Variabilität. Später übertrug Renault dieses Konzept beim Twingo sowie dem Scénic auch ins Kleinwagen- und Kompakt-Segment – mit raumgreifendem Erfolg. Im 4,25 Meter langen und 1,78 Meter breiten Espace der ersten Generation genossen bis zu sieben Erwachsene hervorragenden Reisekomfort. Dabei definierte er Multifunktionalität neu, etwa durch die drehbaren Einzelsitze. Seit 2015 ist die fünfte Generation auf dem Markt, die ebenfalls mit zahlreichen Innovationen aufwartet. Bestes Beispiel: die dynamische Allradlenkung 4CONTROL, ein Alleinstellungsmerkmal im Crossover-Segment. Und nach wie vor erfreut sich der vielseitige Franzose in ganz Europa großer Beliebtheit.

Renault ZOE:

100% elektrischer Vorreiter

Überaus beliebt in ganz Europa ist auch der Renault ZOE. Der 100% elektrische und lokal emissionsfreie7 Kompakte sicherte sich 2017 zum wiederholten Male den Titel als meistverkauftes Elektroauto Europas.8 Seine Weltpremiere feierte er 2012 auf dem Genfer Automobilsalon. Bereits damals brillierte das Elektroauto mit einer Reichweite von 210 Kilometern9 und einer Reihe wegweisender Innovationen. Hierzu zählt unter anderem der neu entwickelte „Range OptimiZEr“, der den Aktionsradius um bis zu 25 Prozent steigert. Besonders fortschrittlich ist auch das Ladesystem „Chamäleon“: Es ermöglicht flexibles und schnelles Laden. Inzwischen bietet der ZOE sogar eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern10. Regelmäßig begeistert er Journalisten und Tester namhafter Fachmagazine mit seinen Qualitäten sowie der alltagstauglichen Reichweite. Die Autogazette kürt ihn 2017 sogar zum „Reichweiten-Champion“ und im ADAC EcoTest erzielt der ZOE die Bestnote.

Keine Frage: Es gäbe noch so viel mehr zu berichten. Tolle Geschichten rund um automobile Innovationen à la Renault. Aber das würde an dieser Stelle schlicht den Rahmen sprengen. Allen, die noch tiefer eintauchen wollen in die faszinierende Geschichte von Renault, empfehlen wir zum Beispiel die Historien zur Dauphine, zu Renault Twingo, Kangoo, Scénic und Clio.

1 Quelle Nobelpreis Physik: www.nobelprize.org.
2 Quelle Marie Currie isoliert Radium: www.wasistwas.de.
3 Quelle Geschichte: Der Spanisch-amerikanische Krieg: www.zeitklicks.de.
4 Quelle Renault Presse: Renault Pressemitteilung PRW 71/16 vom 20.06.2016.
5 Quelle Renault Presse: Renault Pressemitteilung PRP 45/11 vom 08.04.2011.
6 Quelle Renault Presse: Renault Pressemitteilung PRP 18/15 vom 22.05.2015.
7 Zero Emission – keine Emissionen im Fahrbetrieb
8 Quelle Elektroautos: Quelle: www.welt.de.
9 Nach NEFZ homologierte Reichweite 210 km. Der NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) ist ein standardisiertes europäisches Emissions- und Verbrauchsmessverfahren für Verbrennungs- und Elektrofahrzeuge und dient zu Vergleichszwecken. Auf dem Rollenprüfstand wird dreimal ein innerstädtischer Zyklus (ECE-15) gefahren und einmal ein außerstädtischer. Der Durchschnitt aller vier Zyklen ergibt die Reichweite nach NEFZ. Faktoren wie Fahrweise, Geschwindigkeit, Topografie, Zuladung, Außentemperatur und Nutzungsgrad elektrischer Verbraucher haben Einfluss auf die tatsächliche Reichweite. Die meisten Faktoren können vom Fahrer beeinflusst und sollten zugunsten maximaler Reichweite stets berücksichtigt werden.
10 Nach WLTP (Worldwide harmonised Light vehicle Test Procedure) homologierte Reichweite von bis zu 300 km für die Z.E. 40 Batterie (41 kWh). Bei der WLTP handelt es sich um ein neues, realistischeres Prüfverfahren zur Messung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen. Faktoren wie Fahrweise, Geschwindigkeit, Topografie, Zuladung, Außentemperatur und Nutzungsgrad elektrischer Verbraucher haben Einfluss auf die tatsächliche Reichweite. Die meisten Faktoren können vom Fahrer beeinflusst und sollten zugunsten maximaler Reichweite stets berücksichtigt werden.

(Stand 08/2018, Irrtümer vorbehalten)

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