Saubere Arbeit in Montréal

Mehr ging nicht. Renault Sport F1 kehrt aus Kanada mit dem bestmöglichen Ergebnis zurück, das für das Team derzeit aus eigener Kraft erreichbar ist. Zehn WM-Punkte für den siebten Platz von Nico Hülkenberg und Rang acht für Carlos Sainz. Damit hat der französische Werksrennstall seine vierte Position in der Konstrukteurstabelle weiter gefestigt.

Für Nico Hülkenberg hat sich die Reise nach Montréal gelohnt. Der Emmericher hatte sich schon im Qualifying als Siebter den Titel „Best of the rest“ gesichert. Obwohl er auch das Ziel auf eben dieser Position erreichte, war sein Grand Prix doch kurzweiliger als gedacht. „Ich habe beim Start leider eine Position verloren“, gestand der 30-Jährige später, der fortan Esteban Ocon vor sich her jagte und über Funk beklagte, dass der Franzose ihn ganz schön Zeit kostet. Als der Force India-Pilot in Runde elf zum Reifentausch abbog, hatte die Stunde des Deutschen geschlagen. Mit zwei Mega-Umläufen fuhr er jenen Vorsprung heraus, der ihn nach seinem eigenen Boxenstopp in Runde 13 an dem 21-Jährigen vorbei brachte. „Danach ging es vor allem darum, mir die superweichen Pneus klug einzuteilen, damit sie bis ins Ziel halten“, so Hülkenberg. „Das war gar nicht so einfach, am Ende ging ihre Performance schon in den Keller.“

Max Verstappen wurde dank Renault Power dritter

Im cleveren Reifen-Management sieht auch Carlos Sainz den Schlüssel für seinen achten Rang. „Das Rennwochenende in Kanada hat sich für uns gelohnt. Zehn Punkte für die Herstellerwertung können sich blicken lassen“, so der Sohn des zweifachen Rallye-Weltmeisters und „Dakar“-Siegers Carlos Sainz Senior. „Wir haben erneut einen Schritt in die richtige Richtung gemacht und waren gegenüber den anderen Mittelfeld-Teams ziemlich schnell. Mein Grand Prix verlief ohne größere Zwischenfälle, wir haben einen guten Job abgeliefert. Zumal mein Renault R.S.18 gut mit den Pneus zurecht kam. Wir hatten mit einem stärkeren Leistungsabfall der Reifen gerechnet.“

Warum das dritte Zehnpunkteergebnis der laufenden Saison keinesfalls per Zufall zustande kam, erläutert Renault Sport F1-Teamchef Cyril Abiteboul: „Wir hatten in Kanada neue Entwicklungsstufen für das Chassis und den Renault R.E. 18-Hybridantrieb im Gepäck, beide funktionierten auf Anhieb perfekt. Wir konzentrieren uns nun darauf, wie wir den Abstand zu den drei Topteams weiter verringern können.“

Max Verstappen sprang dank
Power von Renault aufs Podium

Immerhin 27 WM-Punkte fuhr die Renault R.E. 18-Antriebseinheit an Bord der beiden Red Bull RB14-Boliden ein. Heißsporn Max Verstappen aus den Niederlanden sorgte auf dem 4,361 Kilometer langen „Circuit Gilles Villeneuve“ dieses Mal nur durch schnelle Runden für Aufsehen – im 65. Umlauf stellte der 20-Jährige in 1.13,864 Minuten sogar den Tagesrekord auf und setzte sich nach der Schmach von Monte Carlo auch gegen seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo durch. Während Verstappen die Zielflagge als Dritter sah und dadurch mit auf dem Podium stand, belegte der acht Jahre ältere Australier Platz vier.

Wann gelingt Renault Sport F1 der Anschluss an die Top-3-Teams der Formel 1?

(Stand 06/2018, Irrtümer vorbehalten)

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