Vier gewinnt: Die Allradhistorie von Renault

Twingo, Mégane, Talisman, Espace, … bei einem Großteil der aktuellen Renault Modellpalette ist die Vorderachse für den Vortrieb verantwortlich. Für alle, die gerne Abstecher abseits befestigter Wege unternehmen, hat die Marke mit Kadjar und Koleos auch zwei Fahrzeuge mit variablem Allradantrieb im Programm. Was viele nicht wissen: Allradfahrzeuge haben bei Renault eine lange Tradition. Das Spektrum reicht von kuriosen Expeditionsfahrzeugen und Lieferwagen bis hin zu Mittel­klassekombis, Luxuslimousinen und lupenreinen Rennboliden. Immer wieder setzte der französische Hersteller dabei Trends und schuf völlig neue Fahrzeugklassen. Kommen Sie mit auf eine faszinierende Zeitreise – wir zeigen die spektakulärsten Allradfahrzeuge von Renault.

Vier. Eigentlich bloß eine Zahl, eine natürliche noch dazu. Doch sie hat es faustdick hinter den Ohren, drängte sie sich doch immer wieder prominent in den Vordergrund. Denken Sie nur an das biblische Motiv der vier Apokalyptischen Reiter, an die vier Apostel von Albrecht Dürer und selbstredend an die glorreichen „Vier Fäuste für ein Halleluja“. Mitte der 1990er Jahre mischte zudem eine Band mit dem Namen „Die Fantastischen Vier“ die Musikszene auf. Eines ihrer größten Alben hieß, Sie ahnen es, „Vier gewinnt“ – übrigens auch der Titel eines beliebten Gesellschaftsspiels.

Renault gewinnt Wettlauf durch die Wüste

Vier gewinnt, so lautet auch der Titel dieser Geschichte, die von den Renault Allradmodellen erzählt. Alles begann mit einem Wettlauf durch die Wüste: In den frühen 1920er Jahren hatte sich Unternehmensgründer Louis Renault das Ziel gesetzt, mit seinen Fahrzeugen einen Lieferverkehr durch die Sahara zu etablieren. Hierzu konstruierten die Ingenieure des Autoherstellers eine außergewöhnliche Spezialanfertigung: Der hochbeinige Dreiachser auf Basis des Renault 10 CV verfügte über Zwillingsreifen rundum und zwei angetriebene Hinterachsen. Mit diesem 6×4-Modell, das am 1. Dezember 1923 aus den Hallen des Renault Werks in Billancourt rollte, trat Renault im direkten Wettlauf gegen die Konkurrenz von Citroën an. Der allradgetriebene Renault 10 CV machte gegen die Halbkettenfahrzeuge der Konkurrenz klar das Rennen. Die Folge: 1926 nahm die von Louis Renault mitbegründete „Compagnie Générale Transsaharienne“ den Liniendienst durch die Sahara auf.

Renault Colorale „Tous Terrains“

1950 sorgte der Renault Colorale für Furore – er war Transporter, Taxi, Pritschen­wagen und Kombi in einem. Ein Jahr später debütierte mit dem Renault Colorale „Tous Terrains“ eine Version mit zuschaltbarem Allradantrieb, die Steigungen von bis zu 50 Prozent meisterte. 1964 präsentierte der Hersteller mit dem Renault 4 „Sinpar 4×4“ eine Allradversion des kultigen Kleinwagens. Die Fachzeitschrift „auto motor und sport“ stellte dem 25 kW/34 PS starken „Sinpar 4×4“ 1975 ein exzellentes Zeugnis aus: „Die Grenzen seines Fortkommens liegen nicht wesentlich unter denen renom­mierter Spezial-Geländewagen.“1 Hinzu kam: Mit 10.590 D-Mark war er seinerzeit das preisgünstigste Fahrzeug mit Allradantrieb auf dem deutschen Markt.

1983 schrieb Renault das nächste Kapitel seiner eindrucksvollen Allradhistorie: Der Renault 18 Combi 4×4 überzeugte mit zuschaltbarem Vierradantrieb, eine Klauenkupplung stellte die Ver­bindung zwischen Vorder- und Hinter­achswelle her. 1987 debütierte der Renault 21 Turbo Allrad, der erstmals über eine Visco-Kupplung verfügte. Sein 119 kW/162 PS starker Turbobenziner ermöglichte besonders dynamische Fahrleistungen. Das Allradsystem leitete bis zu 35 Prozent des Drehmoments an die Hinterräder weiter. Die Vorteile lagen auf der Hand: geringerer Platzbedarf, höherer Komfort sowie ein niedrigerer Verbrauch. Ab 1988 kam diese Visco-Kupplung auch im Renault Espace Allrad zum Einsatz. Die Großraumlimousine punktete zudem mit einer aus leichtem Verbund­material hergestellten Kardanwelle.

 

Renault Safrane rennt mit

Allradantrieb auf bis zu 250 km/h

Renault Safrane

Anfang der 1990er Jahre bereicherte Renault die Modellpalette um zwei weitere Allradler: Sowohl beim 123 kW/167 PS starken Oberklassemodell Safrane V6i von 1992 als auch beim Safrane Baccara Biturbo von 1993, der 193 kW/263 PS mobilisierte, sorgte eine Visco-Kupp­lung für eine intelligente Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Besonders beeindruckend war auch die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Im Sommer 2000 brachte Renault mit dem Scénic RX4 ein eigenständiges Fahrzeug auf den Markt, das über eine Visco-Kupplung und eine elektronische Traktionskontrolle verfügte. Letztere verhinderte das Durchdrehen der Vorderräder und ermöglichte somit auch bei besonders rutschigem Untergrund bestmögliche Traktion.

2000 stellte Renault mit dem Kangoo 4×4 sowie der Nutzfahrzeugvariante Kangoo Rapid 4×4 den ersten Transporter in der Klasse bis zwei Tonnen Gesamtgewicht mit Allrad­technik vor. Beide Modelle verfügten über einen permanenten Allradantrieb mit adaptiver Hydraulikkupplung, die das Antriebsmoment automatisch bedarfs­gerecht zwischen Vorder- und Hinterrädern verteilte. 2008 startete das erste SUV der Marke durch: Der Renault Koleos war auf Wunsch auch mit dem All Mode 4×4 i-Allradsystem erhältlich. Dabei hatte der Fahrer die Wahl zwischen den drei Programmen „AUTO“, „LOCK“ und „2WD“.

Renault 20 fährt bei der Rallye Dakar

mit Allradantrieb zum Sieg

Renault 20 fährt bei der Rallye Dakar mit Allradantrieb zum Sieg

Auch im Motorsport feierten Allradmodelle von Renault zahlreiche Erfolge. 1979 eroberten die Brüder Bernard und Claude Marreau bei der Rallye Paris-Dakar im allradgetriebenen Renault 4 den sensationellen zweiten Platz im Gesamtklassement. Auch in den Folgejahren sorgten die 4×4-Modelle der Marke bei der wohl härtesten Rallye der Welt regelmäßig für Furore. 1982 sicherten sich die Marreau-Brüder im Renault 20 mit permanentem Allradantrieb und Turbopower den Gesamtsieg bei der „Dakar“.

Doch damit nicht genug: Auch auf der Rundstrecke triumphierten die 4×4-Boliden der Marke mit dem Rhombus im Kühlergrill. Bestes Beispiel: 1988 gewann die 430 PS starke Rennversion des Renault 21 Turbo Allrad souverän die franzö­sische „Superproduction“-Tourenwagen­serie. Bei den spek­takulären Eisrennen der „Trophée Andros“ drifteten die 4×4-Boliden auf Renault Basis bislang zu 21 Siegen und gewannen einen Meistertitel2. Je nach Klasse verfügen sie sogar über Vierradlenkung. In der Saison 2017 setzt das Team DA Racing eine rasante Rennversion des Renault Clio ein3, die von einem V6-Motor befeuert wird. Dieser schickt rund 340 PS4 an alle Viere.

Welches ist Ihr persönliches Lieblings-Allradmodell von Renault?

Alle genannten Renault PKW Modelle: Gesamtverbrauch kombiniert (l/100 km): 7,5 – 3,3; CO2-Emissionen kombiniert (g/km) 190 – 86.
Die angegebenen Werte wurden nach den vorgeschriebenen Messverfahren VO(EG)715/2007 und § 2 Nrn. 5, 6, 6a Pkw-EnVKV in der gegenwärtig geltenden Fassung und ohne Zusatzausstattung ermittelt. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch, den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der bei allen Renault Partnern und bei der Deutsche Automobil Treuhand (DAT) unentgeltlich erhältlich ist. Der Leitfaden steht außerdem als Download zur Verfügung.

1 Quelle: Renault Pressemitteilung PRP 38/08.
2 Quelle: www.tropheeandros.com.
3 Quelle: www.daracing.fr.
4 Quelle: www.tropheeandros.com.

(Stand 10/2017, Irrtümer vorbehalten)

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