F1-Historie von Renault: 40 Jahre und verdammt schnell

Vor 40 Jahren begann eine der erfolgreichsten Geschichten im Motorsport: Am 17. Juli 1977 feierte Renault beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone sein Formel 1-Debüt. Mit dem inzwischen legendären RS01 läutete die Marke eine Revolution in der Königsklasse ein. Als erster Hersteller überhaupt setzten die Franzosen auf Turbotechnologie. Heute, vier Jahrzehnte später, zählt Renault zu den erfolgreichsten und traditionsreichsten Herstellern in der Formel 1.

Mehr als 260 Mal standen Piloten mit Renault Power im Heck auf Startplatz eins1 – bis heute fuhren so prominente Namen wie Alain Prost, Nigel Mansell, Ayrton Senna, Michael Schumacher, Fernando Alonso und Sebastian Vettel 170 Rennsiege für den französischen Hersteller heraus. Daraus resultieren bislang elf Fahrer- und zwölf Konstrukteurstitel in der Formel 1-Weltmeisterschaft. Hinzu kommen 481 Podium-Platzierungen. Doch nüchterne Zahlen allein spiegeln die Faszination und die Erfolge nur unzureichend wider, die Renault im Laufe der vergangenen 40 Jahre in der Formel 1 entfachte. Kommen Sie mit uns auf eine rasante Zeitreise…

Die 70er Jahre:

Renault revolutioniert die Formel 1

Die Erfolgsgeschichte von Renault nahm ihren Anfang beim Großen Preis von Großbritannien 1977. Der auf den Namen RS01 getaufte gelb-schwarze Bolide löste eine technologische Trendwende aus. Denn anders als seine hubraumstarken Gegner vertraute der Renault auf ein V6-Aggregat mit lediglich 1,5 Litern Hubraum und wurde von einem Abgasturbolader zwangsbeatmet – als technologischer Vorreiter brachte Renault diese Innovation erstmals in die Formel 1.

Nur kurz wurde dieses Triebwerk wegen der Dampfwolken, die bei der rustikalen Kühlung per Wassereimer in der Box entstanden, von der Konkurrenz als „Gelber Teekessel“ verspottet. Denn die von Renault eingeführte Turbo-Technologie erwies sich bald als unschlagbar – und das Zischen des „Teekessels“ symbolisierte somit den Anpfiff für eine technische Umwälzung, der sich kein Automobilhersteller entziehen konnte. „Es war eine verrückte Idee“, resümiert Chefentwickler Bernard Dudot. „Wir waren ein junges Ingenieurteam, heiß auf die Formel 1 und konnten auch den damaligen Renault Präsidenten Bernard Hanon überzeugen.“

 Jean-Pierre Jabouille, Formel 1

Beim Grand Prix von Monaco 1979 arbeitete erstmals ein Bi-Turbo im Heck des französischen Boliden. Das Resultat: Der V6 leistete fortan 520 PS und zeichnete sich durch ein deutlich verbessertes Ansprechverhalten aus. Im Qualifying zählten die Renner von Renault zu den schnellsten Autos im Feld. Auch der erste Formel 1-Sieg ließ nicht mehr lange auf sich warten. 1979 bescherte Jean-Pierre Jabouille Renault beim Heimrennen im französischen Dijon den ersten Triumph in der Königsklasse – der Beginn einer Zeitenwende.

Die 80er-Jahre:

„Turbo-Monster“ mit mehr als 1.000 PS

Die 80er-Jahre: „Turbo-Monster“ mit mehr als 1.000 PS

Der Innovationsführer Renault machte es vor, andere Teams machten es nach: In den folgenden Jahren sattelten immer mehr Formel 1-Rennställe auf turbogeladene Triebwerke um. 1983 verpasste Alain Prost im Renault RE40 nur knapp den WM-Titel. Mittlerweile vertraute auch Lotus auf die Aggregate von Renault. Ende 1985 zog sich das Werksteam aus der Formel 1 zurück, Lotus sorgte jedoch mit dem aufgehenden Stern von Ayrton Senna und dem Turbomotor von Renault weiterhin für Aufsehen. Der kleinvolumige V6 erlebte 1986 die Blütezeit seiner Leistungsfähigkeit – in seiner letzten Ausbaustufe mobilisierte er mehr als 1.000 PS. Am Ende der Saison entschied sich der Automobilweltverband FIA dazu, die aufgeladenen „Turbo-Monster“ aussterben zulassen – ab 1989 waren sie verboten. Die beeindruckende Bilanz der V6-Turbo-Motoren von Renault: 20 Siege, 50 Pole Positions und 23 schnellste Rennrunden.

Die 90er Jahre:

Die Zauberformel von Renault heißt V10

Die 90er Jahre: Die Zauberformel von Renault heißt V10

Mit der heute legendären Zusammenarbeit zwischen Renault und Williams reifte ab 1989 eine schlagkräftige technische Partnerschaft heran. Der von Renault Sport neu entwickelte V10-Saugmotor mit 3,5-Litern Hubraum eroberte in seinem Debütjahr auf Anhieb den Vizetitel. Ähnlich wie in der V6-Ära wies Renault mit V10-Saugmotoren und pneumatischem Ventiltrieb in der Formel 1 erneut die Richtung. Denn in den 90er Jahren prägte der französische Automobilhersteller eine ganze Ära in der Königsklasse des Motorsports und stärkte seinen Ruf als technologischer Vorreiter. Mit sechs Konstrukteurs- und fünf Fahrer-WM-Titeln blieb Renault zwischen 1992 und 1997 der dominierende Hersteller, bis sich die Franzosen zurückzogen.

Neues Jahrtausend, neue V8-Ära:

Renault gewinnt zehn WM-Titel

2002 feierte Renault mit eigenem Werksteam sein Comeback, 2005 eroberte die Marke erneut den Fahrer- sowie den Teamtitel. Die Erfolgsbilanz der V10-Motoren von Renault: 85 Siege, 99 Pole Positionen und 88 schnellste Rennrunden.

2006 lösten V8-Triebwerke die hochdrehenden Zehnzylinder ab. Bereits im ersten Jahr der neuen Motoren-Ära untermauerte Renault gemeinsam mit dem Spanier Fernando Alonso seine Dominanz durch den erneuten Gewinn der Fahrer- sowie der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Die Saison 2007 markierte den Beginn einer weiteren herausragenden Partnerschaft: Fortan setzte auch Red Bull Racing auf den Renault V8 mit 2,4 Liter Hubraum – und der Aufstieg der „Roten Bullen“ zum Weltmeisterteam begann.

Nach dem Rückzug der Werksmannschaft von Renault am Ende der Saison 2009 galten Sebastian Vettel und sein Red Bull-Bolide ab 2010 für mehrere Jahre als das Maß der Dinge in der Formel 1: Mit dem V8-Kraftwerk von Renault sicherten sich der Heppenheimer und sein Team vier Fahrer- sowie vier Konstrukteurs-Weltmeistertitel in Folge. Insgesamt verbuchte der 2,4-Liter-Saugmotor von Renault 60 Grand-Prix-Siege, 66 Pole Positions und 56 schnellste Rennrunden für sich. Renault ist damit der erfolgreichste Motorenhersteller der V8-Epoche.

In der Saison 2014 erlebte die Formel 1 eine der größten Revolutionen in ihrer Geschichte. Seither kommen hybridisierte 1,6-Liter-Turbobenziner zum Einsatz, die von zwei Energierückgewinnungssystemen unterstützt werden. Nur zwei Hersteller konnten im Debütjahr auf das oberste Treppchen fahren – einer davon war Renault. Red Bull Racing-Pilot Daniel Ricciardo feierte drei Siege mit dem hocheffizienten ENERGY F1-2014, der rund 750 PS leistete.

Seit 2016 geht Renault im Grand Prix-Sport erneut mit eigenem Werksteam an den Start. 2017 – also exakt 40 Jahre nach dem Formel 1-Debüt – setzt das Renault Sport Formel 1-Team zwei R.S.17 für Nico Hülkenberg und Jolyon Palmer ein. Für Vortrieb sorgt die R.E.17-Antriebseinheit. Deren V6-Motor verfügt auch weiterhin über 1,6 Liter Hubraum – also fast genau so viel wie der erste F1-Motor von Renault. Unterstützt wird er von einem hochmodernen Hybridsystem. Das Resultat ist eine Gesamtleistung von rund 900 PS. Wie enorm sich die Technik in den vergangenen vier Jahrzehnten weiterentwickelt hat, zeigt der Vergleich zwischen dem RS01 von 1977 und dem aktuellen Formel 1-Boliden von Renault.

Welches sind Ihre Highlights in der F1-Historie von Renault?

1 Quelle:
www.statsf1.com und www.statsf1.com

(Stand 07/2017, Irrtümer vorbehalten)

 

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