Reifenwechsel: nützliche Tipps vom Experten

Die Reifenwechsel-Zeit hat begonnen. Kälte, Schnee und Frost sind erst einmal passé: Der Frühling ist da und bringt neben Sonnenschein auch die lang ersehnten warmen Temperaturen mit sich. Nicht nur die Natur ist jetzt im Umbruch, auch Autofahrer müssen sich umstellen. Oberste Priorität hat in diesen Tagen der Wechsel von Winter- auf Sommerreifen. Letztere bieten bei steigenden Außentemperaturen den nötigen Grip, ermöglichen höheren Komfort, senken den Verbrauch und schonen so den Geldbeutel

Doch was ist beim Wechsel von Winter- auf Sommerreifen zu beachten? Nicolas Krast – Leiter Test und Technik Michelin Deutschland, Österreich, Schweiz – antwortet exklusiv auf die wichtigsten Fragen zum Thema Reifenwechsel.

Wann ist der Wechsel auf Sommerreifen sinnvoll? Für die Nutzung der Winterbereifung kennt der Volksmund ja die Faustregel „von O bis O“ – von Oktober bis Ostern. Stimmt diese noch?

Nicolas Krast: „Im Grunde schon, denn trotz warmer Temperaturen tagsüber ist es durchaus möglich, dass auch im April morgens noch winterliche Witterungsbedingungen vorherrschen. Hier gilt dann weiterhin die Faustregel: Vertrauen Sie unterhalb von sieben Grad Celsius besser weiterhin auf Winterreifen. Steigen die Temperaturen auch morgens vermehrt über diesen Wert, können Sie sich langsam einen Termin für die Montage der Sommerreifen geben lassen.“

Warum sollten Autofahrer auf Sommerreifen wechseln? Welche Vorteile bieten sie im Vergleich zu Winterreifen?

„Winterbereifung verfügt über eine weichere Gummimischung mit einem höheren Silica-Anteil und hat auch ein völlig anderes Profil als Sommerreifen. Das sorgt bei Kälte, auf Schnee und Eis für bessere Fahreigenschaften. Bei frühlingshaften Temperaturen jedoch schlagen diese Vorteile um: Der Winterreifen verschleißt deutlich schneller und sorgt durch seinen höheren Rollwiderstand für einen Mehrverbrauch. Sommerreifen spielen hingegen ab zweistelligen Temperaturen ihre Stärken voll aus und überzeugen mit einem höheren Grip-Niveau. Auch der Bremsweg ist kürzer. Dies ist zum einen auf die für höhere Temperaturen ausgelegte Laufflächenmischung zurückzuführen, zum anderen auf das spezielle Profil. Letzteres ermöglicht unter diesen Bedingungen einen besseren Bodenkontakt als die deutlich offeneren Lamellen der M+S-Reifen, die im Winter genutzt werden. Auch in Sachen Abrollkomfort und Geräuschentwicklung bietet der Sommerreifen im Frühling, Sommer und Herbst Vorteile gegenüber dem Winterreifen.“

Was müssen Autofahrer beim Reifenwechsel beachten?

„Überlassen Sie die Reifenmontage qualifiziertem Fachpersonal. Hier können Sie sicher sein, dass die Reifen richtig montiert und mögliche Schäden rechtzeitig erkannt werden. Wichtiger Tipp für alle, die den Reifenwechsel selbst in die Hand nehmen: Überprüfen Sie zunächst das Alter der Sommerreifen. Dabei hilft ein Blick auf die sogenannte DOT-Nummer auf der Reifenflanke. Die Pneus sollten nicht älter als zehn Jahre sein. Die ersten beiden Ziffern definieren die Kalenderwoche der Herstellung, die beiden letzten das Produktionsjahr. So verrät zum Beispiel die Ziffernfolge „2212“, dass der betreffende Reifen in der 22. Herstellungswoche 2012 produziert wurde. Wichtig ist natürlich auch die Profiltiefe. Michelin empfiehlt sowohl für Sommer- als auch für Winterreifen, die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter zu beachten. Bei einer geringeren Profiltiefe müssen Autofahrer neue Reifen montieren. Hintergrund: Bei Regen verdrängen nur Pneus mit ausreichendem Negativprofil den Wasserfilm optimal und bieten somit unter allen Bedingungen bestmöglichen Grip. Mit abgefahrenen Reifen droht ein vorzeitiger Haftungsverlust.“

Kann ich es einem Reifen ansehen, ob er in Ordnung ist?

„Autofahrer sollten beim Reifenwechsel die Gelegenheit nutzen, um die Laufflächen und die Flanken auf Beschädigungen zu überprüfen. Wichtige Fragen dabei: Weisen die Sommerreifen einseitigen Abrieb auf? Dies deutet auf eine falsch eingestellte Spur hin und sollte schnellstmöglich korrigiert werden. Problematisch ist auch die sogenannte Sägezahnbildung – so bezeichnen Experten ein stufenförmiges Verschleißbild. Diesem beugen Autofahrer am besten durch regelmäßige Kontrolle des Reifenfülldrucks vor. Sind die Räder montiert, müssen die Felgenschrauben mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen werden. Nach rund 50 Kilometern bitte die Schrauben nochmals nachziehen. Last but not least muss natürlich der Reifenfülldruck kontrolliert und gegebenenfalls an die vom Hersteller empfohlenen Werte angepasst werden.

Die entsprechenden Herstellerempfehlungen finden Autofahrer entweder in der Bedienungsanleitung, der Tankklappe oder der B-Säule des Fahrzeugs. Passen Sie den Luftdruck der Reifen auf den jeweiligen Gebrauch an: Wird das Fahrzeug zum Beispiel für die Fahrt in den Urlaub voll beladen? Dann muss auch der Reifenfülldruck entsprechend der Herstellerangaben hoch gesetzt werden.“

Worauf sollten Autofahrer bei der Lagerung der Reifen achten?

„Lagern Sie die Reifen an einem sauberen, trockenen, gut belüfteten und temperierten Ort. Weiterhin sollten sie vor direktem Sonnenlicht und Witterungseinflüssen geschützt werden. Die Reifen dürfen nicht in der Nähe von Chemikalien oder Wärmequellen stehen. Außerdem ist darauf zu achten, dass keine Fremdkörper in die Gummis eindringen können und dass die Reifen nicht gequetscht oder verformt werden. Bei einer Kurzzeit-Lagerung von bis zu vier Wochen gilt: Sind sie auf Felgen montiert, so müssen die Reifen aufgepumpt – stehend oder liegend – einzeln nebeneinander gelagert werden. Übrigens: Wer seine Pneus beim Händler des Vertrauens zur Aufbewahrung abgibt, muss sich um derartige Dinge nicht kümmern.“

Was gilt es beim Reifenwechsel zu berücksichtigen, wenn die alten Sommerreifen abgefahren sind und der Kauf neuer Reifen ansteht?

„Es dürfen ausschließlich Sommerreifen montiert werden, die für das entsprechende Fahrzeug zugelassen sind. Was viele Autofahrer nicht wissen: Die freigegebenen Dimensionen finden sich nicht nur in Teil 1 des Zulassungsscheins, sondern auch in Teil 2. Hier sind weitere zugelassene Reifengrößen aufgeführt. Für die Suche nach den für jedes Fahrzeug homologierten Reifendimensionen bieten wir im Internet auf www.michelin.de ein äußerst praktisches Tool: Einfach Marke und Modell eingeben und schon erhalten Autofahrer eine Liste aller zugelassenen Reifendimensionen für ihren Wagen.“

Apropos: In unserer Reifen-Historie geht’s im wahrsten Wortsinn rund. Hier erfahren Sie alles zur faszinierenden Entwicklung der „Gummis “ – vom ersten Autoreifen aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu den aktuellen Hightech-Produkten.

Bildquelle Hauptmotiv: Urheber: Thomas Reimer.

(Stand 04/2019, Irrtümer vorbehalten)

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Renault ZOE: Stromverbrauch kombiniert: 17,2-17,7 kWh, CO2-Emissionen 0 g/km, Energieeffizienzklasse A+.** Zur grafischen Darstellung der Energieeffizienzklasse klicken Sie HIER.

* Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren VO (EG) 715/2007 und § 2 Nrn. 5, 6, 6a Pkw-EnVKV in der gegenwärtig geltenden Fassung und ohne Zusatzausstattung ermittelt. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch, den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen können dem ‚Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der bei allen Renault Partnern und bei der Deutsche Automobil Treuhand (DAT) unentgeltlich erhältlich ist. Der Leitfaden steht außerdem als Download zur Verfügung.

** Werte gemäß WLTP (Worldwide harmonised Light vehicle Test Procedure). Bei WLTP handelt es sich um ein neues, realistischeres Prüfverfahren zur Messung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen. Die angegebenen Verbrauchs- und Emissionswerte wurden nach den gesetzlich vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt und ohne Zusatzausstattung und Verschleißteile ermittelt. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch, den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der bei der Deutsche Automobil Treuhand (DAT) unentgeltlich erhältlich ist. Zusatzausstattungen und Zubehör (Anbauteile, Reifenformat usw.) können relevante Fahrzeugparameter, wie z.B. Gewicht, Rollwiderstand und Aerodynamik, verändern und neben Witterungs- und Verkehrsbedingungen sowie dem individuellen Fahrverhalten den Stromverbrauch, die CO2-Emissionen und die Fahrleistungswerte eines Fahrzeugs beeinflussen.

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